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Die ringförmige Sonnenfinsternis vom 03.10.2005 ist zunächst die letzte Sonnen-finsternis dieser Art, die von Deutschland aus günstig zu erreichen ist. Bereits ein Jahr vorher sprach mich Stefan Binnewies an, ob wir dieses astronomische Ereignis nicht zusammen beobachten und fotografieren wollten. Da ich die Chance nutzen wollte, wurde nur kurz überlegt und anschließend der Billigflieger nach Madrid gebucht. Der Verlauf der Sonnenfinsternis ging über Spanien in Richtung Afrika, so dass für uns die iberische Halbinsel als Beobachtungs-standort sehr günstig war. Als Zielflughafen wurde Madrid gewählt, weil die spanische Hauptstadt zentral liegt und somit relativ günstig jeder Beobachtungsplatz in Spanien mit einem Auto erreicht werden konnte.
Da wir zu der Buchungszeit nicht wussten, wo das beste Beobachtungswetter in Spanien sein würde, waren wir somit noch sehr flexibel und die Chance auf einen wolkenlosen Himmel wurde erhöht. Zu unserem Team gesellte sich noch Bernd Koch, der von unserem Vorhaben hörte und noch einen der letzten Plätze im Billigflieger ergattern konnte.
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Bild 1: Der Verlauf der Sonnenfinsternis über Spanien
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Wir starteten dann am Abend des 02.10.2005 mit unserem Flugzeug von Köln-Bonn aus in Richtung Madrid. Zuvor hatten wir intensiv die Wetterprognosen für Spanien studiert. Laut dem Wetterbericht sollte fast in ganz Spanien sehr schönes Wetter mit einem ungetrübten Blick auf die Sonne vorherrschen. Nur im Bereich von Valencia, an der Mittelmeerküste, bestand die Gefahr, dass durch ein paar Wolken die Sicht getrübt werden könnte.
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Bild 2: Das Team: S. Binnewies, R.Sparenberg, B. Koch am Beobachtungsplatz
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Deshalb entschlossen wir uns auch dazu, mit dem Auto von Madrid aus in nordwestlicher Richtung zu fahren. Dort ist in unmittelbarer Nähe der Landeshauptstadt Spaniens ein Gebirgszug in der Sierra de Guadarrama. Wir wollten möglichst von einem hohen Standort das Himmelsereignis beobachten, so dass als Ziel ein Platz in der Nähe einer hohen Passstraße gewählt wurde. Vom Flughafen aus zeigte uns auf der Autobahn die Venus den richtigen Weg und nach einer einstündigen Fahrt kamen wir in einem Vorort von Madrid an. Dort suchten wir uns ein Hotel, um möglichst ausgeruht zu sein und sehr früh morgens losfahren zu können.
Nach einer sehr unruhigen Nacht klingelte gegen 05.00 Uhr der Wecker. Der erste Blick aus dem Fenster zeigte uns eine ungehinderte Sicht auf die Sterne, so dass die Wetterprognosen wohl richtig waren. Nach der Dusche ging es ohne Frühstück sofort zum Auto, um in Ruhe die Instrumente an unserem noch nicht bekannten Beobachtungsplatz aufbauen zu können. An unserem Auto fiel Stefan und mir sofort etwas auf.
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Die noch feuchte Morgenluft hatte einen sehr angenehmen und prägnanten Geruch von Gräsern, der uns sofort an die letzten Astroreisen nach Namibia erinnerte. Dort konnte man nach einer Beobachtungsnacht ebenfalls diesen typischen Geruch wahrnehmen.
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Froher Dinge wurde das Auto beladen und wir fuhren anschließend die Passstraße hinauf. Auf dem höchsten Punkt dieser Straße angekommen, hatten wir plötzlich ein Problem. Wir waren auf einmal in Wolken gehüllt, so dass dieser Standort für eine Beobachtung nicht in Frage kam. Die Feuchtigkeit kristallisierte sich hier zu Wolken, die durch den Wind über den Pass gedrückt wurden. Ein paar Meter unterhalb des Passes war wieder alles wolkenfrei.
Also fuhren wir die Passstraße wieder ein paar Meter herunter und auf einem von dieser Straße abgehenden unbefestigten Weg fanden wir schließlich unseren Beobachtungsplatz.
Dort bauten wir unsere Geräte auf. Da wir ein Gemeinschaftsprojekt machen wollten, wurde vorher besprochen, welche einzelnen Geräte mitgenommen und von wem sie bedient werden sollten. Bernd hatte den 105 mm Traveller Apochromaten von Stefan, dessen Brennweite mit einem FFC von Baader auf ca. 1,8 m verlängert wurde. An diesem Teleskop wurde eine von Hutech modifizierte digitale Canon 20D befestigt. Stefan fotografierte mit seinen zwei Mittelformatkameras vom Typ Pentax 67, die mit einem 50 mm und 300 mm Objektiv bestückt wurden. Ich hatte von Stefan ein 300 mm Zeiss Objektiv bekommen, dessen Brennweite ich mit Konvertern auf 840 mm verlängerte. An diesem Objektiv wurde meine ebenfalls modifizierte Canon 20D montiert. Als zweites wurde von mir das Ereignis noch mit meiner Mittelformatkamera Pentax 67 und meinem 150 mm Objektiv aufgenommen. Als Filter für die Objektive (bei Sonnenbeobachtung unbedingt erforderlich) wurde, außer bei dem 300er Teleobjektiv mit der Pentax 67, die AstroSolar-Folie mit einer Dichte von 3,8 genommen. |
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Bild 3: Der Verlauf der Sonnenfinsternis
Zum Vergrößern bitte hier klicken.
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Bereits in der Morgendämmerung wurden die ersten Aufnahmen gemacht. Bis zum ersten Kontakt, um 09.40 Uhr (Ortszeit), zeigte sich die Sonne als runde Scheibe mit einem welligen Rand. Das Seeing war zu diesem Zeitpunkt sehr schlecht und wir hofften, dass es bald besser würde.
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Bild 4: Das Mondrandprofil während der Sonnenfinsternis
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Und zum Glück wurde es auch besser. Beim ersten Kontakt hatten wir zwar immer noch mit der unruhigen Luft zu kämpfen, aber die Phasen mit relativ guter Luftruhe wurden immer länger. So wurden die Kameras immer wieder ausgelöst, um die Sonnenfinsternis genau dokumentieren zu können. Hierfür wurden insbesondere die beiden Digitalkameras benutzt, da sich digitale Speicher hierfür anbieten. Allerdings können auf diesen Datenträgern nicht unendlich viele Daten gespeichert werden. Deshalb hatte sich Bernd einen mobilen Massenspeicher gekauft, der mit 40 GB Speicherkapazität vollkommen ausreichend war. Es ist allerdings ratsam, dass man pro Kamera aber mindestens zwei Speicherkarten hat, damit während des Abladens auf den Massenspeicher mit dem zweiten Speicher weiter fotografiert werden kann.
Gegen 10.55 Uhr erfolgte der zweite Kontakt. Jetzt wurden die Kameras im Sekundentakt ausgelöst, um den zentralen Teil der ringförmigen Sonnenfinsternis möglich komplett im Bild festhalten zu können. Man stellte auch fest, dass es merklich kühler wurde und das Sonnenlicht sich wesentlich kontrastreicher zeigte. |
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Im Sucher der Kamera konnte man sehr schön beobachten, wie sich der Mond vor die Sonnenscheibe schob. Der Mond konnte hierbei aber die Sonne nie ganz verdecken und ein sehr schöner Ring wurde sichtbar. Der dritte Kontakt, um 11.00 Uhr kam sehr schnell und man sah am Rand noch einmal den schönen Diamantring. Im Anschluss daran wurde noch die restliche Sonnenfinsternis bis zum vierten Kontakt, um 12.23 Uhr, fotografiert, damit man den kompletten Sonnenfinsternisverlauf fotografisch gesichert hatte.
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| Gegen 12.30 Uhr wurden die Geräte abgebaut und im Wagen verstaut. Anschließend fuhren wir zu einem Restaurant an der Passstraße, wo wir nun endlich etwas Essen konnten. Dort diskutierten wir noch einmal das Gesehene und waren sehr glücklich, dass wir dieses schöne Himmelsschau-spiel unter so guten Voraussetzungen beobachten konnten.
Als Resümee wurde fest-gehalten, dass eine ringförmige Sonnenfinsternis zwar sehr schön ist und ihre eigenen Besonderheiten hat. Allerdings ist eine totale Sonnenfinsternis wesentlich spektakulärer, so dass bereits Pläne für die am 29. März 2006 u.a. in der Türkei und Libyen zu sehenden totale Sonnenfinsternis gemacht wurden.
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Bild 5: Stefan und ich beim Fotografieren
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| Da unser Rückflug erst in den Abendstunden des folgenden Tages starten sollte, besuchten wir noch die schönen Städte Avila und Segovia in Zentralspanien. Die Stadt Avila hat eine sehr schöne mittelalterliche Stadtmauer, die noch komplett erhalten ist. In Segovia konnten wir noch die Altstadt mit einer schönen Kathedrale und einem schönen Schloss, sowie noch ein komplett erhaltenes Aquädukt aus der Römerzeit bewundern. Die Städte zeigen das ursprüngliche Spanien und stehen im starken Kontrast zu bekannten Urlaubsorte an der Küste und auf den Inseln dieses Landes.
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Bild 5: Die Stadtmauer von Avila
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Bild 6: Das Aquädukt von Segovia
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